Vor Kurzem ist mir aufgefallen, dass sich etwas in mir verändert hat. In meiner Einstellung zum Mutter-Sein.
Ich finde und, ja das wird sich wohl auch nicht ändern, Mutter zu werden war das Krasseste, was ich je in meinem Leben getan habe. Man kann sagen, das ist lebensverändernd. In dem Moment, indem du Mutter wirst, lässt du dein altes Leben hinter dir. Du trägst die Verantwortung für einen kleinen Menschen, der dich zu 100% braucht. Wie schnell passiert es da, dass du dich selbst vergisst?! Ich kann dir sagen: Sehr schnell. Denn du nimmst deine eigenen Bedürfnisse schlichtweg kaum noch wahr. Und da du nicht weist wie Mutter zu sein eigtl funktioniert, orientierst du dich an dem einzigen Vorbild, das du hierzu hast: Deiner eigenen Mutter. Unbewusst. (Genau das selbe passiert übrigens beim „Vater werden“ Und dann wundern wir uns, warum Beziehungen plötzlich nicht mehr funktionieren, wenn Kinder geboren werden). Wir haken uns sozusagen in die Systeme unserer Eltern und agieren so wie sie es getan haben, wir schwingen in ihrer Frequenz. Unsere Vorstellung vom Eltern-Sein ist durch sie geprägt. Ob wir wollen oder nicht.
Und dann triggern uns unsere Kinder. Sie halten uns den Spiegel direkt vor die Nase. Nicht um uns zu ärgern. Das Ganze hat nur einen einzigen Grund: Wir dürfen hineinschauen. Hineinschauen und hinterfragen wie wir reagieren wollen. Wie wir SEIN wollen. Wir dürfen uns neu (er-)finden. Ich hab das Mutter-Sein lange als sehr herausfordernd empfunden, stressig und kräftezehrend. Besonders alleinerziehend zu sein war für mich anstrengend. Mit der gesamten Verantwortung allein zu sein, jede Entscheidung allein treffen zu müssen und auch die Konsequenz dafür allein zu tragen. Ich war extrem viel im Außen unterwegs. Und das hat mir garnichts gebracht. Nur mehr Stress und weniger Kraft.
Und dann hab ich angefangen HINEINzuschauen. Und mich neu zu erfinden. Ich hab mir Dinge erlaubt und angefangen meine Ansprüche an mich herunterzuschrauben. Heute seh ich einige Dinge aus einem anderen Blickwinkel. Nehm Vieles leichter, weil sich meine Einstellung dazu verändert hat.
Und vor allem weiß ich, dass an einem kranken Baum keine gesunden Äpfel wachsen können. Deshalb lass das Geschirr mal liegen. Na und.. Dann ist die Wohnung eben mal nicht frisch geputzt. Leiste dir den Babysitter. Denn du machst den Unterschied. Und manchmal machen auch die Prioritäten den Unterschied. Und ja.. DEINE Bedürfnisse sind die Wichtigsten. Kümmere dich um dich 😉
