Liebe regelt

Über Beziehungen und Häfen

Liebe ist immer die Antwort. Die Frage ist egal.

Inhaltsverzeichnis

„Eine Beziehung sollte ein sicherer Hafen sein“ – Diesen Satz hab ich schon oft gelesen. Und ja, das sollte sie. Vom Gefühl her: JA! In einer Beziehung sollte man sich sicher fühlen. Sicher darin so sein zu können wie man wirklich ist, ohne Masken, ohne Mauern. Sicher, sagen zu können was man denkt, weil eine Meinungsverschiedenheit nicht gleich zum Ende der Verbindung führt. Und so gefestigt und sicher, dass 2 Menschen sich wie zwei fühlen und trotzdem eins sind.

Das ist meine Definition dafür wie ich mich in einer Beziehung fühlen möchte. Und das gilt nicht nur klassisch für eine Liebesbeziehung, auch für meine Freundschaften gilt dies in gewisser Weise. Und oft, wenn ich mit Menschen über Beziehungen spreche, fällt das Wort „ankommen“ in diesem Bezug.

Ich verstehe sehr gut was genau mit diesem „ankommen“ gemeint ist. Es beschreibt ein Gefühl. Im Grunde genau dieses „sicher fühlen“. Aber können wir das überhaupt.. ankommen?! Wenn wir uns selbst noch nicht einmal wirklich gefunden haben?! Und, wenn wir alle immer auf der Suche sind, können wir uns dann je in einem anderen wiederfinden?!

Ich glaube wir müssen unser eigener Hafen sein. Das bedeutet für mich, wir sollten anfangen mit uns selbst klarzukommen. Unser Leben „im Griff haben“. Alles theoretisch alleine stemmen KÖNNEN.. Und das ist es eben.. KÖNNEN, heißt nicht auch WOLLEN.

Ich glaube wir sind nicht fürs Allein-Sein gemacht. Wir möchten uns austauschen, wir wünschen uns Verbindung mit anderen. Und auch, wenn wir glücklich sind mit uns selbst, wünschen wir uns dennoch einen Verbündeten. Einen Menschen, der mit uns gemeinsam unseren Weg geht. Jemanden, der uns versteht und liebt so wie wir sind. Jemanden mit dem und an dem wir wachsen können, weil er uns das spiegelt wo wir hinschauen dürfen. Wir wünschen uns einen Menschen, bei dem unser Nervensystem zur Ruhe kommt, egal wie verrückt die Welt spielt. Denn WIR haben unsere Bubble und dort laden wir unsere Batterien wieder auf.

Und ich glaube, was wir suchen sollten, ist nicht unser Hafen, sondern einen Hafenmeister. Ein Hafen funktioniert theoretisch ohne ihn, aber er ist schöner mit ihm. Weil er sich um die Schiffe kümmert, die Gebäude in Stand hält und Blumen pflanzt, damit der Hafen noch schöner wird. Und, wenn du segeln gegangen bist, im größten Sturm und du den Weg zurück zum Hafen nicht mehr findest… Ist es der Hafenmeister, der das Licht vom Leuchtturm anmacht.

Du BRAUCHST diesen Hafenmeister nicht unbedingt dafür. Ich meine, du könntest auch einfach selbst daran denken das Licht anzulassen, bevor du segeln gehst. Aber du WILLST ihn.

Und dann, wenn wir unser eigener Hafenmeister sind, entscheiden wir uns nicht nur für eine Beziehung, sondern für einen Menschen. Nicht aus dem Mangel heraus, sondern aus der Fülle. Weil wir bereits alles sind und dieser Mensch ist das Sahnehäubchen.

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